Pferde halten im eigenen oder im Pensionsstall?

Alle Pferdebesitzer stehen vor dieser Wahl und haben einige Vor- und Nachteile abzuwägen. Oder sie finden eine passende Mischform zwischen diesen beiden Polen.

Pro & Contra „Eigenregie”

Dafür spricht: Sie entscheiden über alles Wichtige selbst und haben direkten Einfluss auf Faktoren wie Futter, Einstreu, Weidepflege etc.

Doch andererseits: Sie haben auch die ganze Arbeit. Ohne landwirtschaftliche Privilegierung sehen Sie sich diversen Einschränkungen gegenüber, insbesondere bei Bauvorhaben und beim Naturschutzrecht.

Pro & Contra „Vollpension”

Dafür spricht: Im Pensionsstall nehmen Ihnen andere Personen viel Arbeit ab. Sie versorgen täglich die Pferde, misten aus, reparieren Weidezäune, halten die Reithalle instand, besorgen Futter und entsorgen den Mist.

Doch andererseits: Dafür zahlen Sie einen Preis. Ein professioneller Pensionsstall muss wirtschaftlich arbeiten, damit der Stallbetreiber und seine Familie von den Einnahmen leben können.

Die Preis-Schere und ihre Folgen

Ehrlich und wirtschaftlich kalkulierte Preise für Pensionspferde-Plätze liegen häufig über dem, was die Pferdebesitzer in der Region zu zahlen bereit sind. Gibt der Stallbetreiber nach und senkt den Preis, muss er irgendwo sparen, um zurecht zu kommen. Dann reduziert er z. B. den Arbeitsaufwand und mistet seltener aus. Oder er kauft weniger oder minderwertiges Raufutter. Große Investitionen kann er ohne angemessene Einnahmen nicht stemmen, also schiebt er notwendige Instandhaltungs-Maßnahmen auf. Je weiter die Preis-Schere auseinandergeht, desto schlechter werden die Haltungsbedingungen für die Pferde. Das kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Koliken bis zu Verletzungen führen. Für deren Behandlung entrichtet der Pferdebesitzer unter Umständen erhebliche Summen an den Tierarzt – die er im Nachhinein lieber in eine pferdegerechte Haltung investiert hätte.

Unser Rat: Reden hilft! Manche Zusammenhänge erschließen sich für Außenstehende nicht auf den ersten Blick. Ärgern Sie sich als Pferdebesitzer z. B. über zu geringe Futtermengen, fragen Sie den Stallverantwortlichen, warum er so und nicht anders füttert. Meistens gibt es einen guten Grund. Sollten es die nicht gedeckten Kosten sein, könnten Sie anbieten, den Mehraufwand für eine Sonderration zu übernehmen. Wichtig ist: Klären Sie die Rahmenbedingungen auf jeden Fall, bevor Sie den Pensionsvertrag unterschreiben. Wenn Ihnen etwas nicht gefällt, sprechen Sie es direkt an. Treffen Sie von Anfang an klare und konkrete Vereinbarungen über die Leistungen, die Sie erwarten. Ist das Pferd erst mal da, hat es das Nachsehen, wenn der Stallbetreiber Ihre neuen Wünsche nicht erfüllen will oder kann.